Ein Stück Frankreich am Karibischen Meer

Fremde Insel
Was macht den Reiz der Karibik wohl aus? Was erwartet uns auf diesem kleinen Schmetterling, irgendwo zwischen Atlantik und Karibischem Meer.

Eigentlich wussten wir nichts von diesem Eiland. Hatten keine Vorstellung von der Geschichte die hier stattgefunden hat.

Und dies ist mehr als wir uns träumen liessen! Noch Napoleon nutzte die Möglichkeiten und Chancen der damals seltenen Produkte wie Gewürze, Zuckerrohr und Rum gnadenlos aus.

Guadeloupe teilt sich in Basse-Terre den hügligen, bewaldeten Inselteil und in Grandterre den flachen, trockenen Teil. Zwei völlig andere Gebiete, die jedoch beide Ihre Reize haben.

Basse-Terre
So haben wir uns die Karibik doch vorgestellt. Sonne, Palmen, Strand und Wellen. Doch diese Insel hat noch mehr zu bieten!

So hat man auf Guadeloupe die Ureinwohner dieses Gebietes nachweisen können. Im Parc Archéologique des Roches Gravées in der Nähe von Trois Rivieres fand man Spuren der Arawak, die leider durch die nachfolgenden Siedler vollständig ausgerottet wurden. Vor etwa 2000 Jahren besiedelten Arawak und Kariben den zentralkaribischen Raum, u. a. auch Kakukéra, die Insel der schönen Gewässer .

1635 siedelten sich unter Führung der Franzosen Lienard de l"Olive und Duplessis d"Ossonville Bauern aus der Normandie an. Ab 1644 begannen die Neuankömmlinge mit dem Anbau von Zuckerrohr und betrieben ihre Plantagen mit Sklaven aus Schwarzafrika. 1664 fasste Jean-Baptiste Colbert alle französischen Besitzungen in der Karibik in der Compagnie des Indes Occidentales zusammen, die Gewürze, Tabak, Zucker und Rum für das Mutterland Frankreich produzierte. Zwischendurch kam es immer wieder zu Scharmützeln mit den Briten, mehrmals wechselte Guadeloupe die Besitzer. 1763 wurde die Insel gegen Abtretung der Eisgebiete Kanadas der Französischen Krone zugesprochen. 1794 verbot man die Sklavenhaltung, ein Verdikt, das 1802 von Napoleon wieder aufgehoben wurde.

Erst 1848 gelang es dem Elsässer Victor Schoelcher, die Sklaverei endgültig abzuschaffen. Die Schwarzen wurden auf den Plantagen durch 40 000 indische Kontraktarbeiter ersetzt. 1871 erhielten die französischen Besitzungen Sitz und Stimme im Parlament des Mutterlandes, am 19. März 1946 wurden sie zum französischen Übersee-Département erklärt.
In den letzten Jahren aber haben alte Bestrebungen zu mehr Autonomie oder gar zur Unabhängigkeit auf allen zum Département gehörigen Inseln wieder an Aktualität gewonnen.

La Grande Anse
Traumhafte Strände sind hier auf Basse-Terre zu finden. "Unseren" Strand sehen Sie hier! Einfach gewaltig, dieser Sand, die Palmen, Einsamkeit; hier stimmt einfach alles. Gut, es war Anfang Februar auch nicht gerade Saison. Kann ja noch anderst kommen.

Wir haben es genossen und alles reingezogen. So auch unsere Strandbar mit seinem Besitzer dem "Piraten", einem abgetackelten Boxer der sich hier für seinen Lebensabend niedergelassen hat. War schon, speziell wenn er zu seinem Fisch auch sein "Piment" gereicht hat. Dies trägt übrigens seinen Namen nicht zu unrecht.

Gleich um die Ecke ist Deshaies, ein Ort mit doch 3'500 Einwohner. Hier findet man alles notwendige zum Überleben und auch etwas mehr.

Der Blick aus unserem Hotel in Richtung Abendsonne war auch nicht zu verachten. Nein wirklich, wir haben es hier nicht schlecht getroffen.

Zoologischer Garten von Bouillante
Um einen tieferen Eindruck vom Tropenwald zu gewinnen, haben wir den Zoologischen Garten von Bouillante besucht. Hier kann die Tierwelt Guadeloupes aus der Nähe betrachtet werden. Sehr eindrucksvoll ist die Canopée ein Baumgipfel-Wanderpfad.

Nicht alle Tier hier sind auch wirklich endemisch - sprich kamen nicht ohne Hilfe des Menschen auf diese Insel - jedoch kann man hier viele wirkliche einheimische Tiere antreffen.

Hier im natürlich gewachsenen Tropenwald, kann man die erstaunliche Fruchtbarkeit der Natur richtig wahrnehmen. Nicht jede Pflanze ist uns unbekannt, haben wir doch die eine oder andere in unseren Zimmern in Europa. Nur sind sie hier mehr als doppelt so gross! Einfach wunderbar.

Und daneben, Landkrebse, Kolibri, Schildkröten und vieles mehr.
Uns hat es beeindruckt. Sie vielleicht auch?

Grande Terre
Einer unserer Ausflüge war natürlich auch auf den doch touristischeren Teil von Guadeloupe.

Auch hier sind schöne Ecken zu entdecken. Wie der Pointe des Châteaux, ganz am östlichen Ende der Insel. Wild schäumt hier das Meer, aufgepeitscht von den den Winden, die regelmässig über den Atlantik fegen. So ist es doch am Karibischen Meer viel ruhiger. Trotzdem kann man auch mit dem Übel eines täglichen Regengusses besser umgehen, als ständig den Sand aus den Augen reiben zu müssen.

Trotzdem hat es auch seine Highlights. So haben wir hier die besten Langusten gegessen. Wieder einmal bestätigte es sich, dass man Lebensmittel nur dort konsumieren sollte, wo sie auch wirklich frisch auf den Tisch kommen. Die gleiche Erfahrung haben wir hier auch mit den Ananas gemacht.

La grande Cachalot
Das Beste haben wir uns für den Schluss aufbewahrt; ein Walewatching mit der Tzigane VI. Hier in der Karibik? Genau, denn hier verbringen die Pottwale die Zeit der Aufzucht mit Ihren Jungen.

Wir hatten das Glück einen ganz speziellen Ausflugs-Tag geniessen zu dürfen.

Trotz dem anfänglichen Dämpfer unseres Kapitäns, dass er die letzten Tage keine Wale gesichtet habe, konnten wir doch schon kurz nach dem Start eine Wasserschildkröte und fliegende Fische beobachten.

Und nach etwa einer Stunde waren wir mitten im Paradies. Eine Familie mit etwa 5 oder 6 Weibchen oder Jungtieren, einem Bullen und einem Baby gesellte sich zu unserem Boot. Und blieb über mehrere Stunden hier. Ein Traum. Wie Sie unter dem Boot hindurch gegleitet sind und uns den Bauch gezeigt haben. Hier haben wir nicht gewusst, wer beobachtet nun wohl wen?

Und zu guter Letzt die Fluke des Bullen beim letzten Abtauchen; wollte er uns wohl Adieu sagen? Wir werden es nie erfahren. Nur wissen wir einmal mehr, dass wir diesen Tieren eng verbunden sind und es nicht zulassen dürfen, dass sie einfach abgeschlachtet werden.

Alors, adieu et à bientôt.

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