Lebendige Geschichte zum anfassen

Varadero
In den ersten Tage auf Cuba wurde das Klischee von Sonne, Strand und Palmen gepflegt. Doch hier ist es wie an anderen schönen Orten auf dieser Welt. Nett, ruhig und erholsam. Aber ab und zu auch ein wenig öde. Also was hält uns noch hier. Brausen wir doch los für eine kleine Tour durch die Provinz.

La Habana
Nach wenigen Tagen am Strand ging unsere Rundreise durch Cuba dann endlich los. Nach dem obligaten Besuch des Museo de Ron begaben wir uns in die Altstadt von Havanna. Auf der Plaza Vieja sind Ruinen und renovierte Paläste neben-einander aufgereiht. Den ehemaligen Reichtum glaubt man hier gleich fassen zu können. Die immensen Kosten dieses Weltkulturerbe zu erhalten auch.

Plaza de San Franciso
Auf dem früheren Handelszentrum von Havanna befindet sich die 1580 bis 1591 erbaute Basilica Menor de San Francisco de Asís. Der Brunnen auf dem direkt am Hafen gelegenen Platz, diente früher den Besatzungen der Schiffe als Trinkwasser-quelle. Auf dem Weg zur Kathedrale findet man Ernest Hemingway's Lieblingsbar La Bodeguita del Medio.

Catedral de San Cristóbal
Zwischen 1748 und 1777 wurde diese Kirche von Jesuiten und nach deren Vertreibung durch Franziskaner erbaut. Der Platz, am Ende der Zanja Real dem ersten spanischen Äquadukt in der neuen Welt, befindet sich in Habana Vieja dem ältesten Teil der Stadt.

Palacio de los Capitanes Generales
Ein Palast im Barrockstil und eines der pompösesten Gebäude Cubas, wurde von 1776 bis 1792 für den Gouverneur Felipe Fondesviela gebaut. Heute beherbergt er das Stadtmuseum Museo de la Ciudad.

Fahrzeuge auf Cuba
Immer wieder begegnet man auf den Strassen den berühmten Oldtimern. Ein Relikt aus den Anfängen der Revolution, die auf Grund der Tatsache das sich ein Privater kein Auto kaufen kann, mit allen Mitteln am Leben erhalten werden. Oder dem abenteuerlich zusammengebauten Personentransporter, genannt das "Kamel".

Capitolio
Die riesige Kuppel eines der grössten Gebäudes Lateinamerkikas ist ein von weither sichtbares Symbol der Stadt. Das Capitolio ist eine Replik des Capitols von Washington D.C., jedoch noch größer als das Vorbild. Bis 1959 war das Capitolio Regierungssitz der kubanischen Regierung. Die alten Regierungsräume und die Bibliothek können besucht werden.

Plaza de la Revolution
Gleich angrenzenden an diesen von den nicht endenwollenden Reden Fidel Castro's berühmten Platz, liegt das Ministerio del Interior. Dieser hässlich Betonklotz ist wegen der Bronzestatue von Ernesto Che Guevara, eines der bekanntesten Gebäude Cubas. Guevara war in den 60er Jahren eine Zeitlang Innenminister Cubas und hatte in dem Gebäude seine Büros.

Zum Abschluss unseres Aufenthaltes in Havanna haben wir das Cabaret Parisien im Hotel Nacional de Cuba besucht. Eine weitere bekannte Show, jedoch etwas teurer, bietet das Tropicana.
Nun waren wir also gut vorbereitet, die weiteren Strapazen der Rundreise über uns ergehen zu lassen.

Valle de Vinales
Von den Zuckerhutähnlichen Erhebungen kommt auch der Name der Sierra de los Organos: Für die spanischen Entdecker sahen sie von weiten so aus, wie Kirchenorgeln. Im Tal selbst wird auf den fruchtbaren, dunkelroten Böden Landwirtschaft, vor allem Tabakanbau betrieben.

Mural de la Prehistoria
Der kubanische Künstler Leovigildo Gonzales, malte hier die Evolutionsgeschichte an die Felswand. Sie reicht von den Ammoniten bis hin zum homo sapiens.
Gleich daneben in der kleinen Cantina konnten wir den landestypischen Ferkelbraten geniessen.

Santiago de Cuba
Mit dem Flugzeug erreichen wir die zweitgrösste Stadt Cuba's. Als erstes besuchen wir das Castillo del Morro. Hier eröffnen sich einem schönste Ausblicke auf die Bucht von Santiago de Cuba und das Meer.
Tauchen da nicht Segel von Piratenschiffen auf? Oder doch nicht?

Ayuntamiento
Vom Balkon dieses Rathauses verkündete Fidel Castro am 1. Januar 1959 den Sieg der Revolution und die Unabhängigkeit Kubas.
Vom Parque Céspedes sind weitere Sehenswürdigkeiten leicht zu erreichen, wie die Casa de Diego Velázquez dem Haus des ersten Gouverneur Cubas oder das Museo Provincial Bacardi Moreau eine Privatsammlung des Gründers der berühmten Rumfabrik.

Gleich auf der anderen Seite die Catedral de la Asunción eine der älteste Kathedralen Cubas und ein Nationaldenkmal. 1555 erbaut, wurde sie in der Geschichte mehrere Male durch Piratenangriffe oder Erdbeben beschädigt und wieder aufgebaut.

Auch hier und nicht nur in Havanna, begnet man diesen Oldtimern an fast jeder Strassenecke.
Von der Dachterrasse des Hotel Casa Grande hat man den schönsten Blick über die Stadt und den Hafen.

Cementerio de Santa Ifigenia
Der Besuch des riesigen Monumentalfriedhofs, dem zweitgrössten Friedhofs Cubas nach der Necropolis Colon von Havanna ist für jeden Touristen ein Muss. Viele Grabmäler sind reich mit Statuen verziert, einige Menschen sind in aufwendigen Mausoleen bestattet.
Das wichtigstes Grabmal ist das Mausoleum Jose Martí. Zudem findet man die Gräber von Carlos Manuel de Cespedes, Emilio Barcardí und von Antonio Maceo.

Basilica del Cobre
Die Basilica beherbergt die Virgen del Cobre, eine schwarze Madonnenstatue und Schutzheilige Cubas. Den Namen hat die Kirche von den Kupferminen (cobre) der Umgebung. Eines der wichtigsten Exportgüter Cubas.
Besonders angetan haben es uns hier aber die Fahrzeuge der Kirchgänger; cubanischer ÖV!!

Camagüey
Von der Terrasse unseres Hotels hatten wir einen tollen Blick über die Stadt. Der schon ein bisschen altersschwache Lift wurde hauptsächlich für den Transport von Gepäck und älteren Personen verwendet. Gut, nach Besichtigung des Liftmotors sind wir auch lieber Treppen gestiegen!

Die Altstadt mit seiner Kathedrale lohnt sich anzuschauen.

.... und auch hier ist Che Guevara allgegenwärtig.

Der Bauernmarkt von Camagüey ist einer der grössten in Cuba - entsprechend gross ist das stark saisonal geprägte Angebot. Es locken auch Imbisstände. Aber beachten sie dass die Angebote nur in CUP bezahlt werden können. Der Markt befindet sich am Ufer des Flusses Hatimbonico an der Strasse Matadero - in der Nähe des Platzes San Juan de Dios.

Valle de los Ingenios
1988 wurde das Valle de los Ingenios in die Liste der Weltkulturerbestätten der UNESCO aufgenommen. Insgesamt 65 einzelne Objekte wie Zuckermühlen, Kolonialhäuser oder Sklavenunterkünfte aus der Zeit des Zuckerrohranbaues wurden dabei berücksichtigt.
Beim Anwesen Manaca Iznaga befindet sich im Haupthaus ein Restaurant und eine Bar und ist ein Turm aus dem Jahr 1830 erhalten geblieben. Dieser besteht aus 7 Etagen, wobei die ersten 3 Etagen viereckig, die 4 obersten Etagen achteckig gebaut sind. Der Turm diente zur Überwachung der Sklaven.
Das Tal kann auch mit einem Dampfzug erkundet werden, der in Trinidad startet und durch das komplette Tal fährt.

Trinidad
Eine kleine Stadt am karibischen Meer. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Wie das Kopfsteinpflaster auf den fast allen Strassen der Stadt dies auch noch zeigt. Durch den wirtschaftlichen Abschwung war kein Geld vorhanden dieses Kleinod zu zerstören. Da findet man noch einen Eselwagen oder eine Casa de la Trova.

Hier gibt es die Canchánchara eine Casa aus dem 18. Jahrhundert die den gleichnamigen Cocktail aus Rum, Limone, Wasser und Honig, teilweise mit Live-Musik anbietet. ... und vieles andere mehr; wie den Plaza Mayor mit der daran angrenzenden Iglesia Parroquial de la Santísima Trinidad oder dem Museo de Arqueología Guamuhaya. Gehen Sie hin und geniessen sie es!

Cienfuegos - Perle des Südens
Am Rande der Stadt findet man den Palacio de Valle einst durch Batista umgebaut in ein Casino für reiche Amerikaner und Kubaner.
In der Stadt selbst rund um den Parque Marti sind viele Prunkbauten renoviert worden. Eine adrette Stadt wie man sie für Cuba mehr wünschen würde.

Nach nun etwas mehr als einer Wochen sind wir wieder in Varadero in unserem Hotel angekommen. Vollgestopft mit Eindrücken aus einer für uns anderen Zeit, die aber immer begleitet war von freundlichen und zufriedenen Menschen.
Wieder etwas abschalten und die Zeit mit Faulenzen verbringen ist hier genau die richtige Therapie. ... und dabei noch den einen oder anderen Ausflug in der Nähe unternehmen. Das war Erholung und auch Abwechslung pur.
Nachdenklich und auch mit einem gewissen Unverständnis gegenüber Ländern die Cuba seit Jahrzehnten schneiden und die wirtschaftliche Entwicklung hemmen blickt man zurück.

Was es bedeutet mit diesen Einschränk-ungen zu leben, dass so selbstverständlich Dinge wie Papier oder Schreibstifte Mangelware sind, können wir uns nicht vorstellen. Wir haben nicht nur einmal erlebt, dass Papier mehrfach verwendet wurde. Dass die medizinische Versorgung, trotz gut ausgebautem Gesundheits-wesen, mit Mangel an Medikamenten kämpft, ist für uns Europäer beschämend.

Aber diese Menschen verstehen damit umzugehen und die Cubaner die wir angetroffen haben, sind stolz darauf freie Cubaner zu sein.
Beim Schreiben dieser Zeilen nach nun doch mehr als 4 Jahren empfinde ich gleich wieder eine Neugier auf dieses Cuba. Auch mit all den erlebten Einschränkungen, blieben viele gute Erinnerungen zurück.


Hasta luego

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