Tor zum Orient

Kolossi

Mitten in den Obstplantagen ca. 14 km westlich von Lemesos/Limassol treffen wir auf einen Wehrturm dessen Ursprung auf die Kreuzzüge zurückgeht.

Während der Herrschaft Amalrichs von 1306 bis 1310 war die Burg von Kolossi im Besitz des Templerordens. Im Rahmen des durch Papst Klemens V. eingeleiteten Prozesses gegen den Templerorden wurden die Templerritter verhaftet und auf die Burg Kyrenia gebracht. Der Besitz und das Vermögen des Templerordens erhielt zum großen Teil der konkurrierende Johanniterorden.

1302 wurde der Hauptsitz der Johanniter offiziell nach Kolossi verlegt. Sitz der Verwaltung zu Kolossi war der heute noch sichtbare mächtige Turm, welcher 1454 unter dem Grosskomtur Louis de Magnac erbaut wurde. Der Turm hat den Charakter eines Wohnturmes. Die Seitenlängen des quadratischen Bauwerkes betragen an der Außenseite 16 Meter und im Innenraum 13,5 Meter. Es erreicht eine Höhe von 21 Metern. In seinem zweiten Obergeschoss befanden sich repräsentative Wohnräume des Komturs.

Auf Beschluss seines Großmeisters Foulques de Villaret wurde 1310 der Hauptsitz des Ordens von Zypern nach Rhodos verlegt. Die Komturei Kolossi blieb aber als wichtiger Ordenssitz erhalten. Allein die Komturei Kolossi umfasste ein Gebiet von 60 Dörfern.

Die Ordensritter zogen weiterhin finanziellen Gewinn aus der Nutzung Zyperns, speziell aus dem Weinbau und dem Zuckergewinn aus Rohrzucker.

Bis ins 17. Jhd. gab es in dieser Region ausgedehnte Zuckerrohrfelder. So lässt sich auch das Zeugnis früher Industriearchitektur erklären: Das Mühlenhaus einer einstigen Zuckerrohrfabrik. An der gotischen Halle die zur Mühle gehört, ist sogar noch eine griechische Inschrift des türkischen Gouverneurs erhalten.

Kourion / Curium

In der Mitte des 20. Jhd. wurden die Ruinen der von den Römern Curium genannten Stadt freigelegt.

Bereits in der Jungsteinzeit / Bronzezeit war dieser Ort bewohnt. Unter der Herrschaft der Assyrer, der Perser insbesondere Alexander dem Grossen, der Römer und bis zur Zeit Byzanz's war Kourion eine bedeutende Ansiedlung. Erst durch die Araber wurde sie geplündert und verlor an Beutung.

Zu sehen sind heute noch das rekonstruierte Theater, verschiedene Bürgerhäuser, eine frühchristliche Basilika, das Königsgrab und das Apollon-Hylates Heiligtum.

Paphos

Hier wurden ausgedehnte antike Ruinen ausgegraben. insbesondere die römischen Häuser aus dem 2./3. Jh. n. Chr. mit ihren wertvollen Bodenmosaiken sowie die so genannten Königsgräber aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., als Zypern unter der Herrschaft der Ptolemäer stand. Diese Gräber wurden bis ins 3. Jh. n. Chr. für Bestattungen benutzt, allerdings wurden dort keine Könige bestattet, sondern Angehörige der zyprischen Oberschicht.

Wichtigstes Wahrzeichen neben den Ausgrabungen ist das mittelalterliche Kastell direkt am Hafen, das Osmanen 1592 wieder aufbauten, nachdem es zuvor von den Venezianern aufgegeben und teilweise zerstört worden war.

Troodos-Gebirge

Im Grunde besteht Zypern bis auf wenige Randbezirke aus diesem Gebirge, das die gesamte Westhälfte der Insel dominiert. Die schwarzen Pinien sind wohl der Grund, warum das Tróodos- Gebirge gerne als "Schwarzwald des Mittelmeers" bezeichnet wird.

Das Tróodos-Gebirge, mit dem Berg Olympus (1.952 m) als höchste Erhebung, ist ein beliebtes Ausflugsgebiet der Zyprioten. Gerade in den Monaten Juli und August, wenn es in der Ebene sehr heiß ist, suchen die Menschen dort etwas Abkühlung, in den Abendstunden ist es dort oben erheblich kühler.
In den Pinienwäldern und an den Berghängen gedeihen gleich 127 endemische Pflanzen, die einzig und allein in dieser Region anzutreffen sind. Neben Lavendel und Steinrosen wachsen hier auch Orchideen. Vor allem Kirschen kommen aus der Tróodos-Region, aber auch viele Äpfel und Birnen.

Panagia Podithou

An manchen Orten sind die von der UNESCO unter Schutz gestellten "Scheunendachkirchen" wie hier in der Nähe des Dorfes Galata zu finden. Sie wurde 1502 erbaut und gehörte einmal zu einem Kloster. Die Wandmalereien sind im italienisch-byzantinischen Stil, der auf der Insel am Ende des 15. Jahrhunderts populär war.

Kakopetria

Ein Besuch des hübschen Dorfes bietet sich an. Sein ganzer historischer Dorfteil ist vor stärkeren Veränderungen geschützt und präsentiert sich den Touristen fein herausgeputzt.

Agios Nikolaos tis Stegis

Die Kirche "Heiliger Nikolas des Dachs" nahe dem Dorf von Kakopetria gehörte einmal zu einem Kloster. Sie ist vollständig mit Wandbildern aus dem 11. bis zum 17. Jahrhundert geschmückt und wird als eine der interessantesten byzantinischen Kirchen auf der Insel betrachtet.

Agia Napa

ist ein Ort mit 2.800 Einwohnern (mit Residenten und Touristen bis zu 10.000)

Vor der Invasion des türkischen Militärs im Jahre 1974 war Agia Napa ein kleines und beschauliches Fischer- und Bauerndorf mit bewässertem Gemüse- und Kartoffelanbau.

Erste Erwähnungen datieren auf das Jahr 1530, als einer Legende nach in einer Waldhöhle eine Marien-Ikone gefunden wurde. Dies wurde als göttliches Zeichen angesehen, und zum Dank errichtete man ein Kloster, um das herum der spätere Ortskern entstand. Der damaligen venezianischen Herrschaft entsprechend, nennt man den Baustil des Klosters auch Kreuzfahrergotik. Heute ist das Kloster ökumenisches Zentrum der christlichen Kirchen im Nahen und Mittleren Osten.

Der grösste Teil der Zypriotischen griechischsprachigen Bevölkerung wohnt mittlerweile ausserhalb des eng bebauten alten Agia Napa und hat ihre ehemaligen Wohnhäuser zu Geschäften, Restaurants, Discos und Kneipen umgebaut. Neben den vielen Engländern, die sich die Gegend um die Stadt als Altersruhesitz ausgewählt haben, existiert auch eine größere schwedische Kolonie.

Die ursprünglich bescheidene Ortschaft mit Arbeitsplätzen in Landwirtschaft, Handwerk und Fischerei ist in kaum zwei Jahrzehnten zu einem wichtigen touristischen Zentrum geworden. Dabei ist es nach türkischer Einnahme des nördlichen Teiles der Insel (1974) in seiner touristischen Bedeutung an die Stelle der einst blühenden Stadt Famagusta getreten. Den Fehler sehr eng aneinanderliegender Hotels hat man in Agia Napa aber nicht wiederholt. Die meisten großen Hotels und Apartmentanlagen erstrecken sich längs der Küstenlinie nach Osten und vor allem nach Westen, wo noch einige Landreserven vorhanden sind.

So haben wir hier doch noch ein Zypern kennen und schätzen gelernt, wie wir es nicht erwartet hätten. Unter jedem Stein und in jedem Haus ist hier ein Stück Geschichte vorhanden. Und auch Landschaftlich hat Zypern wirlich viel zu bieten.

Nur während der Hochsaison möchten wir dann doch nicht hier unsere Ferien verbringen.

Jassas, bis zum nächsten Mal.

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